Geschichte des Bauerngutes

Auf dem Gelände Bernhard-Reinhold-Weg 3 in Rödlitz gab es schon vor 1910 einen Bauernhof - von dessen Geschichte ist aber leider sehr wenig bekannt. Dieser Vorgängerbau brannte 1910 ab. Nach dem Brand wurde das Gut ab 1911 wieder aufgebaut. Damals gehörte das Grundstück dem Landwirt Moritz Mehlhorn.
1917 heiratete die Tochter Ella Mehlhorn den Landwirt Ernst Löscher. So prägte sich später die Bezeichnung „Löscher-Gut“ für den Hof ein.
Elfriede Löscher, das einzige Kind von Ernst und Ella Löscher und damit Erbin des Anwesens, heiratete 1946 den Buchhalter Gerhard Taubert. Sie lebten in dem Dreiseithof, führten die Landwirtschaft allerdings nicht weiter.
Zu dem Gut gehören das Wohngebäude, eine Scheune und ein Stall, die Einfriedung sowie ein Bauerngarten mit einer Streuobstwiese.
Die Ehe von Elfriede und Gerhard Taubert blieb kinderlos. Frau Taubert hatte den Wunsch, dass die Kirchgemeinde ihr Grundstück bekommt. Die Gebäude sollten erhalten bleiben und von der Kirchgemeinde genutzt werden. So verfügte es schließlich Gerhard Taubert in seinem Testament.
Nachdem die Rödlitzer Kirchgemeinde das Bauerngut 2002 aus dem Nachlass des Ehepaares Taubert übernommen hatte, entschied sie, das marode Anwesen zu sanieren und entsprechend dem Vermächtnis zu einem Gemeindezentrum und einer zentralen Begegnungsstätte auszubauen.
Unterstützung bekam die Kirchgemeinde von den Ortschaftsräten. Diese erkannten die Notwendigkeit, eine Einrichtung für die Jugend im Dorf und das Umland zum Gemeinbedarf anzubieten. Gleichzeitig konnte eine gute Verwendung für das städtebaulich erhaltenswerte Ensemble gefunden werden. Eine Nutzungsänderung für die Gebäude wurde befürwortet.

Nachdem die Finanzierung gesichert war, konnten die Baumaßnahmen in den Jahren 2005 bis 2007 durchgeführt werden. Bauabschluss wurde am 6. Oktober 2007 im Beisein vieler Gäste und des Landesbischofs Jochen Bohl (Dresden) gefeiert.